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24.10.2017 : 3:53

Der Gemeindebezirk Eppingen/Sinsheim

Kurze Geschichte

Eppingen

Bereits 1865 beginnen Prediger der damaligen "Evangelischen Gemeinschaft" vom Zabergäu aus ihre Predigttätigkeit im Kraichgau. Die sogenannte "Eppinger Mission" wurde dann von Bretten aus betreut. 1901 wurde in Mühlbach die erste Kapelle gebaut. In Eppingen folgte 1903 der Kauf des Gebäudes (Friedenskirche) in der Kirchstraße gegenüber der heutigen katholischen Kirche. Später gehörten noch die Versammlungen in Ochsenburg und Adelshofen zum Bezirk dazu.

Sinsheim

In Sinsheim begann die Gemeindearbeit 1873 mit der Predigttätigkeit von Philipp Lutz im Saal des "Gasthauses zum Löwe". In Sinsheim und Rohrbach entstanden Versammlungen der Bischöflichen Methodistenkirche, die von Heilbronn aus betreut wurden. Bald gab es auch Kontakte in Ehrstädt, Steinsfurt, Adersbach, Weiler, Hilsbach, Waldangelloch und Kirchhardt. Seit 1898 bildeten die Sinsheimer Gemeinden einen Bezirk mit Heidelberg, ab 1936 mit der Gemeinde in Wiesloch. 1930 wird der Saal in der Schreinerwerkstatt Stoll in der Hauptstraße als Gemeindezentrum eingerichtet.

Der neue Bezirk Eppingen/Sinsheim wird 1971 eingerichtet. Er besteht aus den Predigtorten Eppingen, Sinsheim, Adelshofen, Mühlbach, Bargen und Ochsenburg. Nach 40 Jahren hat der Sinsheimer Gemeindesaal in der Schreinerwerkstatt Stoll ausgedient. 1975 bezieht die Sinsheimer Gemeinde das neu errichtete Gemeindezentrum im Quellbergweg 25. In Eppingen werden die Gemeindehäuser in Mühlbach, Adelshausen und Eppingen zugunsten eines Neubaus verkauft. 1985 wird die Christuskirche mit der angegliederten Pastorenwohnung im Südring 6 feierlich eingeweiht.

2009-2011 errichtet die Sinsheimer Gemeinde mit beachtlicher Eigenleistung ein neues Foyer am Gemeindezentrum im Quellbergweg. Der barrierefreie Zugang und eine neu eingerichtete Toilette auf der Ebene des Gottesdienstraumes erleichtern die Nutzung der Räumlichkeiten. Auch das Dach wird im Zuge dieser Arbeiten renoviert.

Kürnbach

Die offizielle Geschichte der Gemeinde in Kürnbach beginnt als Evangelische Gemeinschaft (EG) im Jahre 1895/96 mit dem damaligen Prediger Eisele in Kürnbach. Die Arbeit der EG beginnt aber bereits 1890 mit einer Sonntagsschule, die von den Schwestern Lisette, Sofie und Karoline Friedrich ins Leben gerufen wurde. Die ersten Versammlungen hielt der Laienprediger der EG aus Adelshofen, Michel Grauli, bei Familie Meel im Gaisrain. Am Anfang kamen hauptsächlich Frauen zu den Versammlungen. Später kamen auch Männer hinzu.

1902 wurde dann ein Chor gegründet, Klassen (Kleingruppen) und Jugendgruppen entstanden. Die Arbeit wuchs, und wenn der Raum zu eng wurde, weil große Veranstaltungen anstanden, ging es in die Gaststätte "Zum Löwenwirt".

Entscheidend für die weiteren Versammlungen der EG war dann, dass die drei Friedrich-Schwestern das Haus in der Lindenstraße 12 (Haus von Ruth Kunde) kauften. Bis 1926 wurden dort die Gottesdienste gefeiert, die von Predigern aus Eppingen (Kürnbach gehörte bis Anfang der siebziger Jahre zum Bezirk Eppingen, danach zum Bezirk Bretten) oder von Laienpredigern gehalten wurden.

1926 kaufte dann August Steinmetz auf eigene Faust das zum Abbruch stehende "Alte Rathaus", das der Kirche als Versammlungsort dienen sollte. Das "Alte Rathaus" hatte zwei Räume, in denen das Gemeindeleben stattfand: einen Raum für den Gottesdienst, der andere Raum für die Kinder- und Jugendarbeit. Darüber hinaus wurden die Räumlichkeiten bis ca. 1958 vom Kürnbacher Kindergarten genutzt, anschließend zog dieser in die eigenen Räume um.

1968 vereinigten sich dann die Evangelische Gemeinschaft und die Bischhöfliche Methodistenkirche zur Evangelisch-methodistischen Kirche.

Da das "Alte Rathaus" nun endgültig abgerissen werden musste und auch nicht mehr genügend Platz bot, entschloß man sich, eine neue Kirche zu bauen. Dazu stand bereits ein Bauplatz in der Wehrstraße zur Verfügung. Dass die Kirche heute nicht an dieser Stelle steht, sondern in der Burgstraße 19, ist dem damaligen Bürgermeister Böckle zuzuschreiben. Der war der Meinung, dass "die Kirche ins Dorf gehört" und schlug einen Grundstückstausch vor. 1970 wurde mit dem Bau begonnen und am 5. Dezember 1971 feierte die Gemeinde die Einweihung der Kirche mit ihrem ersten eigenen Pastor Richard Bürkle.

Weitere Ereignisse waren der Bau des Pastorenhauses im Löfflerinweg 10 (1997-1999), die Dachsanierung (2002) und der Anbau an die Kirche (2004), bei dem eine größere Küche, neue sanitäre Anlagen einschließlich Behinderten-WC sowie vergrößerte Fenster im Untergeschoss entstanden sind.

Bezirk Kraichgau

Heute besteht der Bezirk Kraichgau aus drei selbständigen Gemeinden, die in gemeinsamer organisatorischer und finanzieller Verantwortung das Gemeindeleben gestalten und Gemeinde bauen. Auf dem Bezirk arbeiten die beiden Pastoren Markus Ebinger und Andreas Heeß.

undefinedWeitere Informationen

Kurzporträt des Bezirkes (Januar 2012)

Auf der Durchreise

Der Kraichgau ist eine alte und lebendige Kulturregion, die vom Weinbau und der Landwirtschaft geprägt ist. Die badische Toskana, wie das Land der 1000 Hügel auch genannt wird, war von jeher eine Region zwischen den Zentren, deren Reichtum der Durchreiseverkehr vieler Menschen ist. So kamen im 19. Jahrhundert auch Prediger der Methodisten und der Evangelischen Gemeinschaft in den Kraichgau und gründeten eine Vielzahl von Gemeinden. Von ehemals mehr als sieben Gemeinden im Zentrum des Kraichgaus sind heute die Gemeinden in Eppingen, Sinsheim und Kürnbach geblieben. Kennzeichnend ist auch, dass es im Kraichgau immer wieder verschiedene Zuordnungen der Gemeinden zu neuen Bezirken gab. Seit diesem Jahr gehören wir unter anderem mit der Gemeinde Kürnbach zum neuen „Bezirk Kraichgau“.

Gemeinden vor Ort

Seit den 70er Jahren verzeichnen die beiden großen Kreisstädte Eppingen und Sinsheim ein stetiges Bevölkerungswachstum, das seine Ursache in der wirtschaftlichen Zugkraft der Region zwischen Stuttgart und Karlsruhe hat. Sichtbarer Ausdruck ist die Platzierung der TSG 1899 Hoffenheim in der Fußball-Bundesliga. Die 2009 eingeweihte Rhein-Neckar-Arena liegt nur  einen Kilometer von unserem Sinsheimer Gemeindezentrum entfernt. Die Gemeinden sind vor Ort verwurzelt und bringen sich auf dem Weihnachtsmarkt oder bei Stadtfesten aktiv ein. Eine lebendige Ökumene liegt uns am Herzen. In Sinsheim haben wir im Oktober im Rahmen der undefinedCharta Oecumenica als erste Freikirche in Baden-Württemberg eine verbindliche Zusammenarbeit der Sinsheimer Kirchen vereinbart. In Kürnbach ist das Jungscharzeltlager in den Sommerferien über die Gemeinde hinaus bekannt. Bezirksübergreifende Veranstaltungen sind durch die Entfernung der Gemeinden (20km) nur bedingt möglich.

Gottesdienste als Treffpunkt

Die sonntäglichen Gottesdienste sind der Treffpunkt der verschiedenen Gemeindegruppen und werden von den Chören mitgestaltet. Zum Verweilen und zum Gespräch lädt ein Kaffeeautomat nach dem Gottesdienst ein. In Eppingen arbeiten wir seit einem Jahr am Projekt „Frühstücksgottesdienst“. Unter dem Motto „Der Tisch ist schon gedeckt“ laden wir in die Christuskirche ein und pflegen die Begegnung innerhalb der Gemeinde und mit Gästen. Ein kurzweiliger Impuls spricht Alltagsthemen anschaulich an.

Geistliche Begleitung

Eine lebendige Frömmigkeit zeichnet unsere Kleingruppen und Hauskreise aus. Lebenshilfe und Ermutigung stehen im Vordergrund. Seit einigen Jahren schon pflegen wir in der Passionszeit die „40-Tage-mit-Gott“. Die gemeinsame Lektüre eines Buches, ein Treffen in der Woche und die thematischen Gottesdienste dienen dem geistlichen Wachstum und dem Austausch. Im vergangenen Jahr beschäftigte uns das Buch von Hans-Peter Royer, „Nach dem AMEN bete weiter“.

Was nicht einfach geht, geht einfach nicht

Als relativ kleine Gemeinden wissen wir um unsere begrenzte Kraft. Manches, was wir uns wünschen, kann nicht von heute auf morgen verändert werden. Oft sind es doch wieder dieselben Personen, die anpacken und Verantwortung übernehmen. Großveranstaltungen würden unsere Kräfte überfordern. In unsere Kirchen müssen wir immer wieder investieren und dabei genau überlegen, was wir brauchen und was wir uns leisten können. Aber alles in allem sind wir eine lebendige Familie, die offen ist für neue Erfahrungen und die das Ziel nicht aus den Augen verliert, Menschen für Jesus zu gewinnen.

Markus Ebinger